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14. Fachplanertag Energieeffizienz (IngKH) zeigt Energiesparpotenziale auf

Fachtagung für im Bereich Energieeffizienz tätige Ingenieure, Planer und Entscheidungsträger / Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der Kongresshalle Gießen / Lüftungsregeln zur Verbesserung der Raumluftqualität in Schulen, Entwick-lung der Gebäudeautomation sowie Planung und Errichtung eines Hybridspeichers aus erneuerbaren Energien für ein Neubauquartier als thematische Schwerpunkte

Gießen, 04.09.2019: Etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erschienen zum 14. Fachplanertag Energieeffizienz der Ingenieurkammer Hessen in der Kongresshalle Gießen, um spannende Vorträge zu hören und sich auf fachlicher Ebene darüber auszutauschen, wie man die Energiesparpotenziale künftig noch wirksamer gestalten kann. Auf der Agenda der diesjährigen Veranstaltung stand dabei ein breites Themenspektrum von der Verbesserung der Raumluftqualität in Schulen durch sinnvolle Lüftungsregeln über die Entwicklung der Gebäudeautomation bis hin zur Planung und Errichtung eines Hochtemperaturspeichers am Beispiel des Projekts EnEff:Stadt: FlexQuartier Gießen.

Zu Beginn hob Dipl.-Ing. Ingolf Kluge, Präsident der Ingenieurkammer Hessen, bei seiner Begrüßung die Bedeutung des Fachplanertages hervor. Schließlich komme gerade dem Thema Energieeffizienz bei der Energiewende zur Eindämmung des Klimawandels eine entscheidende Rolle zu. Daher sei es wichtig, dass sich Ingenieure und Planer untereinander und mit der öffentlichen Hand austauschten. Das Symposium biete ihnen neben Vorträgen namhafter Referenten eine Plattform dazu.

Den Anfang machte Dipl.-Ing. Michael Gunter, Vorsitzender der IngKH-Fachgruppe Energieffizienz. Er brachte die Anwesenden auf den neuesten Stand hinsichtlich der Umsetzung des Gebäude-Energiegesetzes (GEG) sowie der Kritik am neuesten Entwurf der Regelung seitens der Verbände. Im Anschluss berichteten IngKH-Geschäftsführer Dipl.-Ing. (FH) Peter Starfinger sowie Chantal Stamm, B.Eng. von der EnEV-Kontrollstelle in der Ingenieurkammer Hessen über ihre Erfahrungen bezüglich häufiger Fehler bei der Erstellung von Energienachweisen.

Beim darauffolgenden Vortrag erläuterte Thorben Meier, B.Eng. vom Institut für Thermodynamik, Energieverfahrenstechnik und Systemanalyse (THESA) das Konzept des in Gießen auf einem ehemaligen US-Militärgelände entstehenden EnEff:Stadt: FlexQuartiers. Dieses neue Viertel aus primär günstigen Wohnungen, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit vier Mio. Euro gefördert wird, zeichnet sich durch ein sektorenübergreifendes Hochtemperaturspeichersystem zum Ausgleich volatiler erneuerbarer Stromerzeugung aus.

Dr. Martin Sabel vom Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. sowie Dr. Falk Auer, Co-Autor des „Wärmepumpen-Manifests“, hielten danach Impulsvorträge zu den Pros und Contras des Dokumentes, das sich gegen den „sorglosen Einsatz von Elektrowärmepumpen im Wärmemarkt“ richtet. Anschließend lieferten sich die beiden Kontrahenten einen verbalen Schlagabtausch über ihre jeweiligen Positionen zu diesem Thema.

Nach der Mittagspause erörterte Prof. Dr.-Ing. Konstantinos Stergiaropoulos von der Universität Stuttgart Lüftungsregeln zur Verbesserung der Raumluftqualität in Schulen und im gleichen Atemzuge auch des Lernvermögens der Schülerinnen und Schüler. Die bislang übliche manuelle Belüftung der Gebäude durch das Öffnen von Fenstern sei ineffizient, da sie große Energieverluste und eine zu hohe Schadstoffkonzentration zur Folge habe. Schulen sollten daher möglichst maschinell belüftet werden.

Im Anschluss zeigte Jörg Balow VDI EUR ING, Associate Director bei der Arup Deutschland GmbH, die Entwicklung der Gebäudeautomation und ihre Möglichkeiten hinsichtlich der energetischen Optimierung von Liegenschaften auf. Den Abschluss des Tages bildete der Vortrag von Lars Christian Nerbel, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht von der Kanzlei Dr. Caspers, Mock & Partner mbB, der darüber referierte, wie wirksame Honorarverordnungen nach dem HOAI-Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 4. Juli 2019 künftig aussehen könnten.

In Verbindung mit der Fachausstellung namhafter Unternehmen im Eingangsbereich der Kongresshalle Gießen gab der Fachplanertag den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, ihre Gedanken und jeweiligen Erfahrungen miteinander auszutauschen. „Wie wichtig das Thema Energieeffizienz gerade in unserer aktuellen Situation ist, dürfte uns allen bewusst sein“, betonte Kammerpräsident Kluge. „Die Energiewende kann schließlich nur gelingen, wenn die vorhandenen Einsparpotenziale erfolgreich genutzt werden.“