Pressemitteilung

8. Fachplanertag Erneuerbare Energien (IngKH) gibt Einblicke in zukünftige Energieversorgung

Von virtuellen Kraftwerken über Sektorenkopplung sowie Grund- und Abwassernutzung bis hin zu Mieterstrommodellen: Referenten stellen innovative Ansätze für die Energiewende vor.

Limburg an der Lahn, 21. Februar 2019: Beim mit renommierten Referenten besetzten 8. Fachplanertag Erneuerbare Energien der Ingenieurkammer Hessen in der Stadthalle Limburg drehte sich alles um zukunftsweisende Technologien zur Gewinnung, Erzeugung und Speicherung regenerativer Energien. Thematisiert wurde bei der von Radioreporterin Conny Bächstädt moderierten Veranstaltung vorrangig die Rolle, die Ingenieuren bei der Energiewende als wesentlichem Element zur Bekämpfung des Klimawandels zukommt.

Bei seiner Begrüßung wies Ingolf Kluge, der Präsident der Ingenieurkammer Hessen, auf die Chancen hin, die sich seiner Berufsgruppe dank innovativer Lösungsansätze bei der Gestaltung einer zukunftsträchtigen dezentralen Energieversorgung böten. Anschließend mahnte Keynote Speaker und ZDF-Chefmeteorologe Dr. Gunther Tiersch, dass dringend ein Umdenken stattfinden müsse, um die drohende Klimakatastrophe noch zu verhindern.

Im weiteren Programmverlauf befassten sich die Referenten mit innovativen Ansätzen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien. So stellten Prof. Dr. Birgit Scheppat von der Hochschule Rhein-Main und Ciro Capricano von der Naturenergie Heidenrod im Vormittagsteil beispielsweise Konzepte zur Sektorenkopplung und Stromspeicherung aus erneuerbaren Energieerzeugern wie Wasserstoff und zu den Möglichkeiten eines rein aus regenerativen Energieträgern gespeisten Kombikraftwerks bei der elektrischen Rund-um-die-Uhr-Versorgung vor.

Auf der Tagesordnung stand zudem die Frage nach der besseren Ausschöpfung vorhandener Potenziale. Am Beispiel von Kläranlagen demonstrierte Prof. Dr. Ralf Simon von der TH Bingen, dass durch einen flexiblen Betrieb Kosteneinsparungen für Energie und in gewissem Maß auch Gewinne an Energiemärkten erzielt werden können. Ebenso könne man, wie Stephan von Bothmer (Uhrig Tief- und Straßenbau) in seinem Vortrag erläuterte, die thermische Restenergie aus Abwässern zum Beheizen und Kühlen von Häusern verwenden, wodurch sich bis zu 14% des Wärmebedarfs CO2-frei und kostenarm decken ließe.

Ein weiteres, beim Fachplanertag präsentiertes und bereits in der Praxis erprobtes Konzept war die Nutzung der Wärmeenergie aus Stollenwasser. Michael Münch und Nico Hickel zeigten am Beispiel des Bad Emser Rathauses, dass sich verlassene Bergwerke zur Wärmeerzeugung von Bauwerken eignen würden. Außerdem erläuterten Sandro Schmidt und Nico Beldermann von Bauer Resources, dass man bei tiefgegründeten Gebäuden die vorhandene Erdwärme mit Hilfe von Energiepfählen direkt zur ganzjährigen Rund-um-die-Uhr-Versorgung einsetzen könne.

Zum Abschluss der Fachtagung kamen Mieterstrommodelle zur Sprache. Dabei hob Jörg Diefenbach von WIRCON besonders die Vorteile dieses Ansatzes hervor, wie etwa Wertsteigerung von Immobilien, einfachere Abrechnungsmöglichkeiten und erstmalige Mieterbeteiligung an der Energiewende. In Kombination mit der Fachmesse im Foyer bot die Veranstaltung allen Anwesenden die Gelegenheit zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch zum Thema regenerative Energien. „Denn je besser wir Ingenieure fachlich vorbereitet sind, desto besser können wir der Rolle, die uns bei der Energiewende zukommt, gerecht werden“, bemerkte Kammerpräsident Kluge.