20.08.2026
Zahlreiche Teilnehmende informieren sich über Möglichkeiten der digitalen Rechnungsstellung.
Die Veranstaltung „Der Ingenieur als Unternehmer“ der Ingenieurkammer Hessen bietet Mitgliedern regelmäßig die Gelegenheit, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die sowohl für den beruflichen Alltag als auch für unternehmerische Tätigkeiten eines Ingenieurbüros relevant sind.
Auch dieses Mal fanden sich zahlreiche Teilnehmer am 19. August 2026 in der Geschäftsstelle der Ingenieurkammer Hessen in Wiesbaden zusammen, um sich über die elektronische Rechnungsstellung, E-Rechnung zu informieren.
Dipl.-Ing. Ingolf Kluge, Präsident der Ingenieurkammer Hessen, eröffnete die Veranstaltung im Namen des gesamten anwesenden Präsidiums und betonte in seiner Begrüßung, die Bedeutung der E-Rechnung sowie die Herausforderungen und Erleichterungen, die damit einhergehen. Umso wichtiger sei es, dass Unternehmen sicher im Umgang mit der Erstellung von E-Rechnungen sind.
Daniel Braun und Aaron Blach von Kegler IQ gaben in einem praxisnahen Informationsvortrag einen Überblick über die Grundlagen der E-Rechnung. Dabei wurden auch Anforderungen und Möglichkeiten, die sich daraus für Ingenieurbüros ergeben, aufgezeigt. Insbesondere die Plattform DATEV zur Erstellung der E-Rechnungen wurde dabei erklärt sowie Möglichkeiten anderer Plattformen erläutert.
Ein weiterer Fokus des Abends lag, neben den unterschiedlichen Rechnungsformaten, auch in der praktischen Umsetzung sowie geeigneten Softwarelösungen.
Die E-Rechnung entwickelt sich in Deutschland zunehmend zum neuen Standard im Rechnungswesen. Im Gegensatz zu einer Rechnung im PDF-, Word- oder Bildformat wird sie in einem strukturierten elektronischen Format erstellt, übermittelt und empfangen und kann dadurch automatisch von Software-Systemen verarbeitet werden. Grundlage sind europäische und nationale Vorgaben, darunter die EU-Richtlinie 2014/55/EU und die europäische Norm EN 16931. In Deutschland sind insbesondere XRechnung und ZUGFeRD als Standards etabliert. Seit dem 1. Januar 2025 müssen Unternehmen im B2B-Bereich E-Rechnungen empfangen können; für die Ausstellung gelten Übergangsfristen bis Ende 2027.
Die E-Rechnung ermöglicht es, Rechnungsdaten ohne Medienbrüche direkt in Buchhaltungs- und ERP-Systeme zu übernehmen. Dadurch können der manuelle Erfassungsaufwand und die Fehleranfälligkeit reduziert sowie Bearbeitungsprozesse beschleunigt werden. Gleichzeitig müssen elektronische Rechnungen entsprechend den GoBD grundsätzlich in dem Format aufbewahrt werden, in dem sie eingegangen sind. Neben XRechnung und ZUGFeRD gewinnt laut Artikel auch das PEPPOL-Netzwerk für den sicheren und standardisierten Austausch von Rechnungen und Beschaffungsdokumenten an Bedeutung. Insgesamt wird die E-Rechnung als wichtiger Baustein der digitalen Transformation von Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen beschrieben.
Im Anschluss an den Vortrag bestand Gelegenheit für gezielte fachliche Fragen und die Schilderung konkreter Problemstellungen aus der Praxis. Die offene Diskussionsrunde bot Raum für unterschiedliche Perspektiven, einen intensiven Erfahrungsaustausch und zusätzliche praktische Einblicke.
Ein gemeinsamer Imbiss rundete die Veranstaltung ab und bot Gelegenheit, die Gespräche in lockerer Atmosphäre fortzuführen, Kontakte zu knüpfen und sich über die gewonnenen Eindrücke auszutauschen.