23. Fachplanertag Brandschutz IngKH

03.06.2026

Begeistert Fachpublikum in Friedberg.

Friedberg, 2. Juni 2026, mit ihrem seit vielen Jahren bewährten Fachplanertag Brandschutz IngKH bietet die Ingenieurkammer Hessen regelmäßig eine Weiterbildung für Ingenieure, Planer und Entscheidungsträger im Bereich des baulichen und vorbeugenden Brandschutzes an. Auch in diesem Jahr begrüßte die Ingenieurkammer Hessen am 2. Juni rund 180 Teilnehmer in der Stadthalle in Friedberg. Vorstandsmitglied der Ingenieurkammer Hessen Dr.-Ing. Ulrich Deutsch eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort, welches verdeutlichte, dass Bauen in Deutschland immer schwieriger werde. Zudem schreite die Novellierung der Bauordnungen in vielen Bundesländern voran. Die Ingenieurkammer Hessen bringe sich bei diesem Prozess in Hessen im Rahmen der Kommission Innovation im Bau konstruktiv ein. Prof. Dipl.-Ing. Helmut Zeitter, Vorsitzender der Fachgruppe Baulicher Brandschutz moderierte durch den Tag.

Modulbauten und Containerbauten in der Brandschutzplanung

Dieser Thematik widmete sich Dr.-Ing. Matthias Miklós, Geschäftsführer Circon GmbH im ersten Teil des Fachplanertags. Dabei wurde deutlich, dass Modulbauten in Bezug auf ihr Brandverhalten ungeregelte Bauprodukte und Bauarten sind. In diesem Zusammenhang könne der Nachweis des Raumabschlusses und der Dämmwirkung durch die Ausführung der Bekleidung und Anschlüsse im Rahmen der allgemeinen Bauartgenehmigung erbracht werden.

Podiumsdiskussion unter Experten

Im Anschluss daran fand eine Podiumsdiskussion, moderiert durch Prof. Dipl.-Ing. Helmut Zeitter, Vorsitzender der Fachgruppe Baulicher Brandschutz, statt. Die Teilnehmer durften die dabei diskutierten Fragen zu Beginn der Veranstaltung selbst wählen, Schwerpunkte dabei waren die geplante Aussetzung der HVVTB im Rahmen der Novellierung der Hessischen Bauordnung sowie Grenzfälle der allgemeinen Bauartgenehmigungen bei CE gekennzeichneten Bauprodukten im Rahmen der europäisch harmonisierten Norm. Benjamin Semmler M. Eng., Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Dipl.-Ing. Süreyya Bumin, Regierungspräsidium Darmstadt, sowie Prof. Dr. Sebastian Erhard, Erhard Legal diskutierten die Themen angeregt und haben das Publikum immer wieder in die Diskussion mit eingebunden.

Unbestimmte Rechtsbegriffe in der Brandschutzplanung

Nach der Mittagspause, die die Teilnehmer für den fachlichen Austausch und den Besuch der begleitenden Fachausstellung nutzten, referierte Alexander Wohmann, M.Eng., gemeinsam mit Tim Obermeier, M. Eng., Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz, zur Thematik „Zahlen im Bauordnungsrecht - Wo kommen diese Zahlen her?“. Dabei wurde deutlich, dass Bauordnungsrecht gewachsene Baukultur ist, die sich stetig fortschreibt. Zahlen und Formulierungen seien dabei aber teils veraltet und auch unerklärbar.

Im Anschluss daran folgte ein Dialog der beiden zum Thema „Unbestimmte Rechtsbegriffe“ gemeinsam mit Prof. Dr. Sebastian Erhard, Erhard Legal. Dieser verdeutlichte, dass unbestimmte Rechtsbegriffe in der Brandschutzplanung kein Defizit darstellen, sondern fachlichen Handlungsraum ermögliche.

Am Nachmittag setzte Prof. Dr. Sebastian Erhard die Veranstaltung mit einem Vortrag fort, der die Abgrenzung zwischen öffentlich-rechtlichem und privat-rechtlichem Brandschutz behandelte.

Neues aus dem Ministerium: Baupaket I und II

Den Abschluss der Veranstaltung bildete Benjamin Semmler, M.Eng., Referat Bautechnik, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, mit Neuigkeiten aus dem Ministerium sowie zu den Baupaketen eins und zwei der Hessischen Bauordnung.