23.04.2026
Bundesingenieurkammer würdigt Pionierleistung mittelalterlicher Bautechnik.
Die Bundesingenieurkammer hat heute am 23. April das Doberaner Münster als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ 2026 ausgezeichnet. Die Ehrung würdigt das Bauwerk als herausragendes Beispiel mittelalterlicher Ingenieurbaukunst.
Das im späten 13. Jahrhundert errichtete Münster gilt als bedeutendes Beispiel der Backsteingotik im Ostseeraum. Es übertrug gotische Konstruktionsprinzipien des Natursteinbaus erfolgreich auf den Ziegelbau und entwickelte dabei innovative eigene Lösungen. Diese Bauweisen beeinflussten den Kirchenbau der Region über mehr als zwei Jahrhunderte.
Das Doberaner Münster ist als bedeutendes technisches und kulturelles Denkmal gewürdigt worden. Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Inneres und Bau, Christian Pegel, betonte, dass Bauwerke Menschen und Regionen prägen. Das Münster zeige dies auf eindrucksvolle Weise. Vielen Menschen werde seine bautechnische Bedeutung jedoch erst durch diese Auszeichnung bewusst, was ihn besonders freue.
Der Autor der begleitenden Publikation, Dr. Christian Kayser, bezeichnete das Münster als „Pionierbau“ und hob damit seine herausragende Stellung in der Baugeschichte hervor.
Auch Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer, würdigte die lange Tradition des Ingenieurwesens. Ingenieurinnen und Ingenieure hätten seit jeher komplexen Herausforderungen gemeistert. Die ausgezeichneten Bauwerke seien technische Meisterleistungen und stünden bis heute für Kreativität und Innovationskraft.
Dr.-Ing. Gesa Haroske, Präsidentin der Ingenieurkammer Mecklenburg-Vorpommern, hob die Bedeutung der Baukultur hervor. Die Ehrung des Doberaner Münsters zeige, dass Zukunftsgestaltung immer auch das Wissen um die Geschichte voraussetze, und lenke zusätzliche Aufmerksamkeit auf dieses außergewöhnliche technische Denkmal in Mecklenburg-Vorpommern.
Seit 2007 verleiht die Bundesingenieurkammer den Titel „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ an bedeutende Bauwerke in Deutschland, die älter als 50 Jahre sind.